Resümee zur Norwegenreise

Ein kurzes Resümee unserer Reise.

Wir waren 5.000km in 3 Wochen bei maximal 85 km/h unterwegs. Eine ziemlich lange Tour. Wir sind froh, dass wir bei der Rückfahrt die Fähre genommen haben und uns ca. 1.000km Fahrt gespart haben.

Norwegen hat uns sehr gut gefallen. Wir hatten Glück mit dem Wetter und die Maggi hat – trotz einiger kleiner Pannen – gut durchgehalten.

Schade, dass Oslo und Bergen verregnet waren, sonst hätten wir die beiden Städte auch mehr genießen können.

Der Süden von Norwegen hat uns genug geboten, um einen Eindruck vom Land zu bekommen. Leider haben wir kaum Norweger persönlich gesprochen. Ich denke – ähnlich wie in Island – sind auch die Norweger eher zurückgezogen und kaum gesprächig. Dafür haben wir zwei sehr nette Tramper kennengelernt – eines der Highlights der Reise.

Die Landschaften haben uns besonders gefallen – steile Berge, tiefe Schluchten, weite Fjorde, enge Serpentinen….

Auf unserer Fahrt mit der Maggi haben wir bei ca. 25 Litern pro 100 km ca. 1.300 Liter Diesel verfahren (!). Einer der größten Posten neben Maut und Fähre. Dennoch war dies jeden Cent wert.

Sonstige Verbrauchs-Fakten:

  • ca. 10 Liter Ölverbrauch (das sind ca. 2,5 Liter auf 1.000km, ein hoher aber noch akzeptabler Wert)
  • 3 Sicherungen geflogen, Ersatz ausreichend dabei
  • Solaranlage mit 600 Watt war ausreichend, um Kühlschrank zu befeuern und meist ausreichend Warmwasser zum spülen zu haben
  • Einen Motorradträger zerlegt

Was steht nun wieder an Wartung an:

  • Ölwechsel, Abschmieren
  • Auspuff und Heckträger reparieren/schweißen
  • Wasseransaugung optimieren
  • TÜV wird wieder fällig!

Insgesamt war die Reise nicht ganz so stressig wie Island – aber auch landschaftlich nicht so reizvoll. Das wussten wir aber vorher. Dennoch: Tolle Reise. Mal sehen, wann wir wieder die Maggi flottmachen um auf große Reise zu gehen.

Noch ein Nachtrag: Karo, die auf der Hip-Hop-Weeltmeisterschaft in Glasgow angetreten ist, hat mit den Cucumbers in ihrer Klasse überraschenderweise den ersten Platz gemacht.

Gratuliere!

Die Cucumbers auf facebook

MDR-Beitrag über facebook verlinkt

Zusammenfassungsvideo von den Street-Dances in Glasgow

 

Die letzten Stunden in Norwegen & Heimreise in D

Nun geht es aber endgültig wieder zurück. Noch ca. 150km bis Oslo und als Zwischenstopp haben wir noch einen Besuch bei einer alten Freundin eingeplant, die ich seit sicherlich 30 Jahren nicht gesehen habe. Sonja wohnt ca. 40 km nördlich von Oslo und ist dort mit ihrem Mann und den Kindern nach Norwegen ausgewandert. Auf den letzten Metern vor ihrem Häuschen überseh ich noch einen Bumper und die Maggi scheint bei 25km/h fast auseinander zu fallen. Zum Glück ist alles Heile geblieben.

Bei Sonja gibt es Kuchen und Muffins. Ihr kleiner Hund ist mit den vielen Menschen völlig überfordert (schleckt Jule öfter am Bein und kläfft aufgeregt herum). Jule ist ob der lustigen Situation nur noch am Kichern. Wir bekommen noch eine kleine Hausbesichtigung und zeigen auch noch mal das Innere der Maggi. Schon bald geht es weiter. Danke Sonja für den kleinen Zwischenstopp und den Einblick in Dein Leben als „Norwegerin“.

In Oslo suchen wir einen Stellplatz an der Marina. Wir stehen direkt mit Blick auf die Boote und lassen den Abend langsam ausklingen.

WP_20160824_18_11_55_Pro WP_20160824_18_34_48_Pro WP_20160824_18_35_20_Pro WP_20160824_18_41_47_Pro

Am nächsten Morgen packen wir unsere Sachen zusammen und schauen, dass wir zeitig zur Fähre kommen. Ab 10 Uhr stehen wir in der Schlange. Wieder zieht die Maggi alle Blicke auf sich. Inzwischen kann ich meinen Standardsatz „It´s an old Firetruck“ bald selbst nicht mehr hören.

WP_20160825_10_11_38_Pro WP_20160825_13_48_15_ProWir kommen schließlich als einer der letzten rein. Und das kurz nach der offiziellen Ablegezeit um 14Uhr. Ihr könnt euch vorstellen, wie nervös Anja die ganze Zeit auf dem Beifahrersitz rumrutscht und hofft, dass der Einweiser endlich auf uns zeigt.

Wir fahren von vorne in die Fähre ein. Alles sehr dicht gedrängt so dass wir nur mit Mühe den Weg nach oben und draußen finden.

Wir schauen uns noch schnell das Auslaufen an, aufgrund des schlechten Wetters ist dies aber nicht so schön wie erhofft. Dennoch sehr imposant.

WP_20160825_14_10_20_Pro WP_20160825_14_13_32_Pro WP_20160825_14_17_23_ProWährend Tim noch ein wenig Schlaf nachholt gehen wir erst mal schwimmen im bordeigenen Schwimmbad. Ein kleines Wasserparadies mit Rutschen und Whirlpools. Um 16 Uhr knurrt uns bereits der Magen und wir sind froh, dass Anja auf 17Uhr ein Buffet gebucht hat. Wir hauen uns den Magen mit all den Köstlichkeiten voll (Lachs, Kuchen, Eis,…).

WP_20160825_17_01_09_Pro WP_20160825_17_01_31_Pro

Ich falle ins Wachkoma und will eigentlich nur noch schlafen. Anja und Jule treibt es zur Abendshow. Die Fähre ist – trotz der Tatsache, dass sie nur eine Tages-Fähre zwischen Oslo und Kiel ist, ein vollausgestattetes Kreuzfahrtschiff mit allen Annehmlichkeiten.

WP_20160825_16_33_32_Pro WP_20160825_16_33_40_Pro WP_20160825_16_37_09_Pro

Später ziehen Anja und ich noch mal los und genehmigen uns (einen) Feierabenddrink(s) an der/n Bar(s). Zufrieden schlafen wir ein. Tim schläft nicht allzu gut. Er ist auf einem Klapp-Stockbett und das knarzt jedes Mal unerträglich, wenn er sich rumdreht. Naja, auf der Heimreise hat er noch genug Zeit zu schlafen.

Einlaufen in Kiel.

WP_20160826_09_07_54_Pro WP_20160826_09_19_58_Pro

 

 

 

 

 

 

Jule darf in der Spielhölle unser letztes norwegisches Geld auf einem Skiautomaten verballern.

WP_20160826_09_25_41_ProWir benötigen eine geraume Zeit, bis wir wieder zu unserer Maggi finden. Recht schnell werden wir rausgelots. Bei strahlendem Sonnenschein entscheiden wir, das gute Wetter noch mal zu nutzen und fahren an den Strand bei Kiel.

Dort angekommen bleibt Tim in der Maggi (schlafen) und wir (vor allem Anja) beschäftigen uns mit der Muschelsuche im seichten Wasser.

Jule und ich machen noch eine kurze Tour durch das anliegende Kriegs-Ehrenmal, einem U-Boot aus dem 2. Weltkrieg. Wahnsinn. 54 Mann Besatzung aus solch engem Raum.

WP_20160826_12_50_45_Pro WP_20160826_12_56_29_Pro WP_20160826_13_07_21_Pro

20160826_151935Auf der Fahrt nach Hause stehen wir vor dem Elbtunnel im Stau und versuchen noch ein paar Partygängern aus zu helfen, denen gerade der Kühler geplatzt ist. Unsere Wasservorräte gehen dabei drauf und wahrscheinlich werden sie auch den ADAC gerufen haben, denn da war nicht mehr viel zu retten. Bei der Hitze (35 Grad) sehen wir noch diverse Ausfälle am Wegerand.

Wir kommen bis zum Abend kurz vor Göttingen, nach Northeim und genehmigen uns einen Stellplatz an der dortigen Seenplatte. Wir rammen in der Dunkelheit fast noch die 2 Wohnmobile, zwischen die wir uns auf den Platz zwängen. Einer der beiden Fahrer fährt freundlicherweise noch einen Meter nach vorne, so dass wir beruhigt einparken können. Nach der obligatorischen Führung wollen wir noch am angrenzenden Restaurant was zu Abend essen. Leider macht die Küche gerade zu, so dass wir nur mit einem kühlen Bier in den Strandstühlen bei aufgeschüttetem Sand sitzen können. Bei der anschließenden „Fackelwanderung“ erschrecken wir noch einen Nacht-Angler, als wir die Fackelreste per Wurf im See versenken.

Nachts ist es verdammt heiß in der Maggi. Dennoch schaffen wir es ein zu schlafen. Anja geht mir Jule gleich frühs baden und nach einem gemeinsamen Frühstück geht es los (11Uhr – wie immer sind wir die Letzten). Kurz vor Würzburg genehigen wir uns noch ein Essen in einem Biergarten in der Nähe von Arnstein und kehren glücklich und wohlbehalten in Waldbüttelbrunn ein.

Von den Nachbarn werden wir (trotz lautem Hupen) freudig begrüßt. Endlich wieder zuhause. Zuhause ist es doch am schönsten.

Langsam geht’s zurück

Wie man sieht, geht es Jule wieder gut. Die Farbe auf Zunge stammt von Blaubermarmelade und ist keine Nachwirkung von den Pilzen 😉

WP_20160822_10_10_49_Pro WP_20160822_10_11_20_Pro

Unterwegs stoppen wir an dem ersten Kruschtel-Antik-Laden, der offen hat. Offen heist: „Geld bitte hier einschmeißen“.

WP_20160822_12_25_08_Pro WP_20160822_12_25_19_Pro WP_20160822_12_29_58_Pro WP_20160822_12_31_56_ProEher zufällig, wie so vieles auf diesem Trip, entdecken wir bei der Weiterfahrt nach Lillehammer den „Peer-Gynn-Vegen“, eine kleine Mautstraße, die in Vinstra von der E06 abzweigt und dann parallel zur Straße 256 bis Svingvoll verläuft.

An der Einfahrt eine Schranke mit Mautstelle. Die 80 Kronen (ca 7€) für die Weiterfahrt sind gerechtfertigt. Eine wunderschöne Strecke am Bergkamm entlang und durch ein Skigebiet, welches im Winter sicherlich völlig überbevölkert ist.

Ich fahre wohl an einer Stelle etwas zu schnell, denn ich rumpel voll durch ein paar Schlaglöcher und es tut einen Schlag. Ohne genau zu wissen, was passiert ist, halte ich lieber mal an. Ich vermute als erstes, dass es den Auspuff oder irgendwas am Fahrwerk derbröselt hat, aber da ist alles in Ordnung. Nach Rundgang um die Maggi sehe ich das Malheur. Der Motorradträger hat sich nun endgültig verabschiedet und hängt nun auf der Straße. Die letzten 10 Meter habe ich ihn wohl mitgeschleift und eine Ecke hängt unmotiviert weg.

WP_20160822_14_30_46_Pro

Nun kommt mir wirklich langsam der Gedanke, dem Pferd den letzten Gnadenschuss zu geben (Abschnallen und liegen lassen). Nach 10 Minuten Abwägen aller Optionen entscheide ich mich doch für „weiterhin mitnehmen und mit nach Hause bringen“. Mit ein paar Gurten schaffe ich es, den Träger trotz zwei gebrochenen Schweißstellen hochzuschnallen. Aber ich denke… irgendwie sollte ich nun doch langsam eine Werkstatt aufsuchen. (Nachtrag: Wir bringen den Träger schließlich in diesem Zustand mit nach Hause).

WP_20160822_14_41_03_Pro

Wir fahren vorsichtig weiter und mir kommen arge Bedenken bei all dem gehuppel. Daher entscheide ich mich, zumindest noch mal Luft aus den Reifen zu lassen. Ich habe extra 4 Ventilaufsätze, die man einfach auf die Reifen schnallt und die den Reifendruck exakt auf die eingestellten 2,5 bar ablassen kann. Nach gefühlten 10 Minuten denke ich, dass es genug ist und schnalle die Ventile vorzeitig wieder ab. Nicht, dass wir am Schluss mit 4 platten Reifen in der Einöde stehen (auf den letzten 30 Kilometern kamen uns 1-2 Wägen entgegen).

Mit der wenigen Luft in den Reifen geht die Fahrt über die Holperstecke wesentlich entspannter. Am Ende der Panoramastraße suchen wir uns wieder eine Tankstelle, um den Reifendruck wieder zu erhöhen. Wie sich rausstellt, hatte ich lediglich von 5,5 auf 4 bar abgelassen, d.h. da „wäre noch Luft gewesen“ zu den 2,5 bar Minimaldruck. Hätte dann aber auch mindestens eine halbe Stunde gekostet, die Reifen wieder auf Maximaldruck zu bekommen.

Wir kommen ohne weitere Zwischenfälle in Lillehammer an. Was sollen wir uns nun wohl anschauen? Natürlich die Skischanze. Auf dem Weg dorthin sehen wir überdurchschnittlich viele junge und sportliche Leute. Ist wohl immer noch eine Hochburg für Sportler.

Ich bin eigentlich nur auf „kucken“ eingestellt, aber für Anja ist klar: „Wir laufen bis hoch zum Schanzenpunkt“. Ohje, hört sich nach Arbeit an.

WP_20160822_17_02_40_ProWP_20160822_17_11_12_Pro

Nun gut, wir schauen uns erst einmal den Landepunkt der Schanzen an. 35.000 Zuschauer gehen wohl ins Areal. Muss toll sein, wenn man in die Menschenmenge reinfliegt mit Blick auf Stadt und Fluss.

WP_20160822_17_09_48_Pro WP_20160822_17_12_38_Pro WP_20160822_17_15_19_Pro

Wir machen uns auf den Weg zu den schier endlosen Treppen und sehen diverse Sportlerinnen, die es anscheinend ernst meinen. Sie joggen die Treppen hoch in einem irren Tempo. WP_20160822_17_18_49_Pro WP_20160822_17_19_06_ProWir nehmen uns zusammen, um wenigstens nicht mit einem Kreislaufkollaps auf der Treppe zu enden und starten. Tim will noch die Stufen zählen, stellt aber nach der 100dersten Treppe fest, dass jede 100 Stufen eine Markierung existiert.

Bereits am Absprungpunkt (auf der gefühlten Hälfte des Berges) sind wir völlig durch den Wind. Unsere Sportlerinnen sind glaube ich bei der 3. Runde dieses Abschnittes (im Eiltempo 400 Stufen hoch, locker wieder runter). Nach der 3. Runde sehen die Sportlerinnen aber genauso aus wie wir – ein schwacher Trost.

WP_20160822_17_25_45_Pro WP_20160822_17_27_34_Pro

Oben auf Stufe 936 das Beweisfoto. WP_20160822_17_42_07_Pro WP_20160822_17_44_45_Pro WP_20160822_17_54_47_ProWer denkt, wir hätten die Sesselbahn genommen… die hat nur am Wochenende offen.

Oben ein herrlicher Ausblick und wieder einige Sportlerinnen, die sich irgendwie noch fiese Übungen überlegen, wie sie den Aufstieg reizvoller gestalten sollen.

Wieder unten angekommen, sind wir schon wieder am überlegen, wo wir heute übernachten sollen. Wir fahren noch ca. 10 km aus der Stadt und finden einen Abzweig, an dem ein Badestrand ausgeschildert ist.

Steil und auf unbefestigten Wegen geht es hinab zum Strand. Wir sehen schon den Badestrand in einer kleinen Bucht – sehr verlockend. Einzig eine Bahnlinie trennt uns noch von dem ersehnten Ziel… und ein kleiner Tunnel unter der Bahnlinie. Ohje, passen wir da durch? Ich prüfe zu Fuß den Tunnel und nach erster Einschätzung könnte es passen. Ich bitte Anja und Tim die Durchfahrt zu sichern und wir kommen mit 5-10cm Luft auf beiden Seiten gerade so durch den Tunnel. Hoffen wir mal, dass dies auf dem Rückweg auch so klappt und wir nicht stecken bleiben.

Die Badebucht ist grandios. Ein kleiner Strand, ein Anlegesteg, alte zerfallene Holzhütten. Wir stellen uns einfach an den Rand und beschließen (so uns keiner vertreiben wird) tatsächlich auch über Nacht zu bleiben.

WP_20160822_18_56_56_Pro

WP_20160822_20_29_21_Pro WP_20160823_10_01_57_Pro WP_20160823_10_02_19_Pro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich stelle die Maggi in Pose. Eben, so dass wir gut schlafen können, aber in toller Position. Wäre doch gelacht, wenn dies nicht tolle Fotos gibt. Seht selbst. Wie aus einem Hochglanzmagazin, oder?

WP_20160822_19_00_56_Pro WP_20160822_19_00_48_Pro WP_20160822_19_01_19_Pro WP_20160823_17_45_13_Pro

Es gibt Tortellini mit Salat. Da wir zu faul sind, die Bierbank raus zu kramen, gibt’s das Essen auf der Hand. Herrlich, mit Blick auf den See (der sich wohl fast 100 km weit erschließt).

WP_20160822_19_33_27_Pro

Anja geht noch mal angeln, aber inzwischen empfinden wir es schon fast als Schicksal, dass keiner beißt.

Am Anlegesteg legt ein Boot an und ein Mann kommt mit kleinem Köfferchen an Land. Ist das wohl seine Beförderung zur Arbeit? Vorstellbar, mit dem Boot zur Arbeit zu pendeln. Wäre auf jeden Fall stylish.

Anja wünscht sich nun noch einen perfekten Sonnenuntergang. Ich lächle, denn es es sicht nicht wirklich danach aus. Es hat etwas zugezogen. Zehn Minuten später beginnt die Show des perfekten Sonnenunterganges. Wir sitzen ins unseren Klappstühlen und lassen es uns gut gehen.

WP_20160822_20_28_43_Pro

Ich glaube, an dem Abend schaffen wir es nicht mehr ins Wasser, dafür aber am Folgetag. Das Wasser ist herrlich – kalt aber nicht so kalt wie bei all den Fjorden. Eine kleine Badeinsel bereitet zusätzlichen Spaß auch für Jule.

20160823_110922

Am nächsten Morgen prüfe ich das Umfeld des Steges. Ein alter Arbeitsweg führt über den angrenzenden Bahntunnel. WP_20160823_12_13_39_ProD.h. zur höchsten Not, wäre dies unser Rückweg. Erinnert aber eher an eine Trial-Strecke. D.h. für die 500m Wegstrecke müssten wir bestimmt 4 Stunden einrechnen. Ich denke, die Maggi würde es packen (ca. 80% Steigung über Geröll und Steine). Aber ich?

Nun gut. wir wollen aber erst mal den Tag genießen. Baden, lesen, abhängen. Anja und Jule pflücken so viele Blaubeeren, dass es wohl Marmelade geben wird. Leider geht uns der Zucker gerade aus, so dass wir mit dem Einmachen wohl noch warten müssen.

Ich packe das Boot aus und nehme mir auch vor, den Außenborder auszuprobieren. Wozu haben wir den sonst tausende Kilometer mitgeschleppt. Tim hilft beim wassern. Nach 10 Versuchen springt er an und ich knattere gemütlich am Ufer entlang. Nie zu weit raus, denn wenn er ausgeht, muss ich rudern…. Cooles Teil. Zwischendrin bleibt er mal stehen (mein Fehler: das mit der Luftzufuhr hab ich noch nicht ganz raus) und ich rudere zurück.

DCIM100GOPRO
DCIM100GOPRO

20160823_134846Später dürfen auch Jule und Anja mal mitfahren – nacheinander – sozusagen als Gallionsfigur.

Die beiden wollen auch mal ohne Motor fahren uns so paddeln sie noch ein wenig am Ufer entlang.

WP_20160823_16_23_12_Pro WP_20160823_16_25_08_Pro WP_20160823_16_24_24_Pro

Wir entscheiden noch eine Nacht zu bleiben. Einzig der Rasentrimmer eines Nachbarn und ein permanentes Notsignal des Tunnels stören die Ruhe.

Abends noch eine Uno-Runde. Jule verliert leider wieder und beendet den Abend mit einer Menge Striche auf den Handrücken.WP_20160823_17_28_12_Pro

 

Auch essbare Pilze können ungenießbar sein

Alec schmeißt am Morgen eine Maschine mit schmutziger Wäsche an und erkundigt sich in der Rezeption über die Fährmöglichkeiten. Dabei stellt sich heraus, dass die Autofähre fast dreimal so teuer ist wie eine Rundfahrt mit einem der „Touri-Boote“. Wir sind nach einem ausgiebigen Frühstück mal wieder spät dran und schaffen gerade noch die Bootstour um 11 Uhr. Ein kleines schnuckeliges Boot mit 50 Personen Kapazität.

WP_20160821_11_36_50_ProWP_20160821_10_55_02_ProWir setzen uns direkt aufs Vordeck und Jule darf sogar im Führerhaus beim Kapitän sitzen. Die Tour geht eine Stunde und wir sehen die schönsten Ecken des schmalen Fjordes, z.B. den Wasserfall „Die Sieben Schwestern“ (von denen allerdings zwei wohl gerade im Streik sind…).

WP_20160821_11_17_33_Pro WP_20160821_11_12_43_Pro WP_20160821_11_11_05_Pro WP_20160821_08_20_41_Pro WP_20160821_11_18_20_Pro WP_20160821_11_24_56_Pro WP_20160821_11_29_30_Pro WP_20160821_11_33_31_Pro WP_20160821_11_35_58_Pro WP_20160821_11_36_22_Pro WP_20160821_11_39_52_Pro

Zurück an Land machen wir noch ein ganz besonderes Selfie (QR-Code einscannen, lächeln und Bild per Mail zusenden lassen) und schlendern durch die Shops.

20160821 selfie1 20160821 selfie2

Bevor wir am Campingplatz endgültig aufbrechen, besichtigen wir noch den „angeschlossenen“ Wasserfall. Oben gibt’s einen tollen Ausblick auf Berge und Fjord. Eben läuft eine der Hurtig-Routen-Fähren ein und nimmt Passagiere an Bord.

WP_20160821_13_24_27_Pro WP_20160821_13_29_01_Pro WP_20160821_13_22_45_Pro WP_20160821_13_30_50_Pro

Am Nachmittag brechen wir auf in Richtung Lillehammer. Wir verlassen Geiranger über die Straße 63 und haben mal wieder eine traumhafte Serpentinenstraße vor uns die sich von 0 auf über 1000 Meter über dem Meeresspiegel hinaufschlängelt. Oben machen wir einen Fotostopp und düsen dann weiter in Richtung Osten. WP_20160821_14_36_19_Pro  WP_20160821_14_10_44_Pro WP_20160821_14_35_35_Pro WP_20160821_14_35_50_Pro WP_20160821_14_36_08_Pro

Auf der Hochebene entdeckt Anja während der Fahrt unzählige Pilze unfern der Straße und bittet um einen Stopp.

WP_20160821_15_21_55_Pro WP_20160821_15_21_49_Pro

Innerhalb kürzester Zeit haben wir zwei große Tüten mit Birkenpilzen und Rotkappen gesammelt, die wir am Abend verspeisen wollen.

WP_20160821_15_51_26_Pro
Den gab`s nur zum anschauen!

WP_20160821_15_49_29_Pro WP_20160821_15_56_45_ProZurück im Tal schlagen wir einige Kilometer weiter unser Lager auf einem Campingplatz auf, der vollkommen verlassen ist. WP_20160821_17_21_39_Pro WP_20160821_18_58_16_Pro WP_20160821_19_00_29_Pro   Wie wir später erfahren, enden heute in Norwegen die Ferien und mit einem Schlag ist auf den kleineren Plätzen die Saison vorbei.

WP_20160821_19_17_17_Pro WP_20160821_19_09_20_Pro WP_20160821_19_17_29_ProIn einer Gemeinschaftsaktion putzen und schnippeln wir etwa zwei Stunden lang die Pilze. WP_20160821_18_55_09_ProDabei fragt Jule, ob sie ein Stück probieren kann und Anja stimmt freudig zu, denn eigentlich mag Jule keine Pilze. Aus der Erinnerung heraus hatte Anja als Kind wohl immer mal ein Stück Pilz geknabbert, Jule aber klagt nach kurzer Zeit über Bauchschmerzen und fängt vollkommen unerwartet an sich zu übergeben.

Unsere Recherche im Internet ergibt, dass es eine ganz schlechte Idee war, die Röhrenpilze roh zu essen, da diese sehr magenreizend sind. Jule, die sonst immer ein echter Sonnenschein ist, geht es zusehends schlechter und sie bricht immer wieder. Was machen wir nun? Mittlerweile ist es halb zehn abends, es ist natürlich mal wieder Wochenende und der nächste größere Ort Otta ist etwa 60 km entfernt. Anja ruft bei Jules Kinderarzt Hr. Dr. Fiedler in Würzburg an, dessen Notrufnummer wir zum Glück im Handy gespeichert haben. Er lässt sich auf eine Ferndiagnose ein und rät zu Ruhe und wenn das Brechen nicht aufhört zu einem Notarzt.

Alec versucht das Krankenhaus in Otta zu erreichen, um nach einem Bereitschaftsarzt in der Nähe zu fragen, landet aber nur bei einer Bandansage mit Verweis auf die Notrufnummer. Langsam werden wir wirklich nervös und Anja macht sich große Vorwürfe. Die gesammelten (und nun inzwischen gebratenen) Pilze isst heute definitiv keiner mehr.

Ein Anruf bei der Giftnotzentrale in München bestätigt, dass wir so wie von unserem Hausarzt empfohlen vorgehen sollten und vor allem der Flüssigkeitsverlust entscheidend ist. Jule will nur noch ins Bett und wir lassen sie unter Überwachung einschlafen – mit einigen Versuchen, Ihr nachts zumindest ein wenig Flüssigkeit zukommen zu lassen. Zum Glück beruhigt sich ihr Magen und am Morgen ist sie wieder fit und wir päppeln sie mit Elektrolyten und viel Wasser wieder auf. Irgendwie ist uns der Appetit auf Pilze vergangen.

Trollstieg und Geiranger

Heute sind mal alle recht früh wach, so dass wir wohl mal früher losstarten können. Ich hatte mich gestern entschieden, den Heckträger zu räumen, ohne jedoch eine konkrete Lösung zu haben, wohin wir all das Geraffel räumen. Die Bierbank und die Sitzbänke passen unters Bett, dafür müssen die Klappstühle weichen und müssen immer flexibel umgeschichtet werden. Das Boot kommt nun innenrein. Phu, das wird lustig die nächsten Tage, wenn immer das Boot im Weg steht.

Während Tim und ich das Boot verbauen, putzen die Mädels Fenster. Innen und außen.WP_20160820_09_14_53_Pro WP_20160820_09_30_21_ProHeute ist der Trollstieg fällig. Eine der schönsten Serpentinen-Straßen.

Nach 10 Minuten Fahrt die erste Fähre und schwupp sind wieder 40€ weg. Gefühlt haben wir wohl inzwischen sicherlich an die 1.000€für Fähren und Brücken verballert.

Vor dem Aufstieg gibt´s noch einen Servicestopp für Chemietoilette, so dass wir wieder unabhängig sind und spontan entscheiden können, wo wir nächtigen.

Die Anfahrt zum Trollstieg lässt uns erahnen, wie steil es wohl hochgeht. 10% Steigung sind angesagt. Wir haben noch tolle Videos gemacht, die wir später noch einhängen werden. Vor jeder Spitzkehre wird erst mal kräftig gehupt, denn ich will nicht dauernd in den ersten Gang runterschalten und am Berg hängen bleiben.WP_20160820_12_21_30_Pro

WP_20160820_12_56_17_ProWP_20160820_12_34_07_Pro

Oben angekommen finden wir ein stylisches Café (wohl erst 2012 gebaut) mit Stegen zu Aussichtsplattformen und angelegten Zuläufen zum Wasserfall.WP_20160820_12_38_37_Pro

Die Aussicht ist grandios, auch wenn der Platz hier aufgrund etlicher Busse völlig überfüllt ist. Viele der Besucher haben auch Steinpyramiden aufgestellt, so wie auch Anja und Jule.

WP_20160820_12_44_06_Pro WP_20160820_12_46_43_Pro WP_20160820_13_07_55_Pro WP_20160820_13_09_06_Pro WP_20160820_13_08_21_Pro

Wir gönnen uns noch Kaffee und Kuchen auf dem Dach des Cafés.

WP_20160820_13_29_30_Pro WP_20160820_13_26_13_Pro WP_20160820_13_26_04_ProDie Abfahrt im Süden ist ebenso schön, wenn auch nicht so spektakulär.

WP_20160820_15_50_32_Pro WP_20160820_16_01_39_Pro WP_20160820_16_02_51_Pro

Nach weiteren Wasserfällen und Fähren entscheiden wir, dass heute wieder gegrillt werden soll. Daher kaufen wir noch ein. Wir finden eine schöne Stelle an einem See und machen erst mal Pause – vielleicht wird dies auch unser Übernachtungsplatz?

Erst mal Grill raus. Der See bietet sich an für eine offene Feuerstelle, so dass wir trockenes Feuerholz zusammensuchen.

WP_20160820_17_11_26_Pro WP_20160820_17_11_35_Pro WP_20160820_18_30_19_Pro

 

 

 

Natürlich packt Anja auch wieder die Angel raus, auch wenn kaum Fische zu sehen sind. Tim entdeckt auch, wo wir auf die Schnelle eine Angellizenz herbekommen. Ein Stand, in dem Umschläge und Anmeldeformulare zu finden sind. OK, so ist es sehr unkompliziert. 50Kronen (ca. 5€) rein und gut ist. Anja darf nun auch offiziell fischen…. leider wieder ohne Erfolg.

WP_20160820_18_47_35_Pro WP_20160820_18_49_28_Pro WP_20160820_19_21_56_ProAn dem Platz sind auch 2 Würzburger-Camping-Mobile. Sie verraten uns auch, dass hier „camping verboten“ ist. Hups, haben wir wohl übersehen? Also werden wir nachher wohl noch mal weiter fahren.

Wir entschließen uns lediglich ein paar Kilometer Richtung Geiranger zu fahren, finden aber nicht wirklich einen schönen Stellplatz. So kommen wir schließlich doch bis zum Geiranger, der das Ziel für morgen sein sollte. Wohl der tollste Fjord Norwegens. Wir fahren die Serpentinen runter und haben ein tolles Abendlicht. Die Aussichtsplattform ist fast leer. Lediglich ein verliebtest Pärchen, welches wir fotografieren sollen.

WP_20160820_20_50_37_Pro WP_20160820_20_49_51_Pro

 

WP_20160820_20_52_34_Pro WP_20160820_20_53_17_ProUnten angekommen ist alles sehr touristisch und es ist kaum ein freier Stellplatz zu finden, auch nicht am Fähranleger. Wir entscheiden uns, auf den Campingplatz zu gehen. Bei gerade mal 30€ tut das nicht wirklich weh. Während wir parken ergießt sich ein roter Sonnenuntergang über den Bergen. Wahnsinn! Zeit für Selfies und andere Bilder.

Jule geht auch noch mal auf das Trampolin am Camping-Platz.

WP_20160820_21_36_25_Pro WP_20160820_21_34_55_ProWP_20160820_21_51_07_Pro

IMG-20160820-WA0001Wir drehen noch eine kleine Runde in der Touri-Ecke. Nette Restaurants und kleine Cafés. Wir schauen noch mal nach den Fähren und entscheiden uns, eher die normale Fähre zu nehmen um morgen den Fjord zu sehen (statt die teuren Touri-Ausflüge).

Off-Topics: Karo ist diesmal ja leider nicht dabei, denn es hat mit den Ferienzeiten nicht geklappt. Aktuell ist sie in Glasgow auf der Hip-Hop-Welt-Meisterschaft! Karo ist erst seit kurzem dabei und darf bereits dort mittanzen. Freitag hatten sie den ersten Auftritt mit 12 anderen Mannschaften und sind als Favorit zusammen mit 2 anderen Gruppen direkt ins Finale gekommen. Toll! Finale ist am Sonntag. Wir drücken Dir die Daumen!

Mastbruch und getrockneter Fisch

Freitag 19.8
Anja geht früh´s noch mal angeln. Eine so gute Stelle gibt es so schnell nicht wieder. Wir frühstücken derweil und machen Jule eine Wegzehrung für unterwegs. Direkt neben unserer Schlafstelle ist eine Wasser-/Abwasserstation. Da der Wasserschlauch ein paar Dimensionen dicker ist als unser „Gartenschlauch“ fluten wir den Wassertank und sein Umfeld großzügig mit Frischwasser. Nun gut. So sehen wir wenigstens, wo das ganze überschüssige Wasser hinläuft.
Wir sind heute unterwegs Richtung Atlantik-Straße. Da Tim sich mehrfach beschwerte hat, dass es bei ihm hinten zu kalt ist, suchen wir nach einer Heizlösung (die Standheizung geht gerade nicht).
Wir fahren an einem Baumarkt mit angeschlossenem Küchenstudio vorbei und ich besorge ein paar Alu-Schläuche für den Dunstabzug (10 cm Durchmesser) und wir basteln schnell mal ein 2m Heizrohr, welches die Motorwärme, die sonst eher bei mir vorne ankommt (mir ist eh immer zu heiß) ins Heck leitet. WP_20160819_12_21_57_Pro WP_20160819_12_21_51_ProSieht nicht schön aus, ist aber höchsteffektiv. Wenn man mal wieder eine Steigung fährt, wird das Heizrohr so heiß, dass man sich fast die Finger verbrennt.
An der Altantik-Straße angekommen, bin ich etwas enttäuscht, hatte ich mir doch mehr davon erhofft. Nun gut – ich schlage mit der Maggi einen Haken und nehme einen Feldweg Richtung Küste. WP_20160819_12_53_54_Pro  WP_20160819_13_32_16_ProDort ist es auch so, wie ich es mir vorgestellt habe. Wir legen eine Stunde Angelrunde ein. Auch hier wieder ohne Erfolg. Die Fische beißen genüsslich die Köder ab, aber nicht auf die Haken.
WP_20160819_13_28_16_Pro WP_20160819_13_27_09_ProDerweil muss ich feststellen, dass der Motorrad-Heckträger gebrochen ist. Die Stahlprofile sind lediglich rechtwinklig ohne Verstärkung verschweißt gewesen und haben wohl aufgrund der Erschütterungen aufgegeben. Nicht vorzustellen, was passiert wäre, wenn hier ein 250kg Bike (statt den 50kg Boot und Bierbank) drauf gewesen wäre. Notdürftig sichere ich den Heckträger mit Spanngurten. WP_20160819_14_07_03_ProKeine Dauerlösung, aber vorerst geht´s. D.h. wir brauchen jemand mit Schweißgerät (Werkstatt, Bauer,… nicht so einfach am Freitagnachmittag). Warum passiert so was immer rund ums Wochenende?
Wir fahren erst mal weiter und kommen an den wirklich schönen Teil der Altantik-Straße. Kleine Inselchen sind per Brücken verbunden.

Wir legen einen Stopp ein und umkreisen eine der Inselchen auf einem angelegten Steg. WP_20160819_15_41_43_Pro WP_20160819_15_38_14_Pro WP_20160819_15_31_49_Pro WP_20160819_15_31_38_ProAuch das Café ist sehr stylisch. Kann mich entsinnen, hiervon schon mal gehört zu haben. Derweil immer wieder Passanten, die die Maggi fotografieren und die eine „Hausbesichtigung“ nicht ausschlagen.WP_20160819_19_16_39_Pro
Wir fahren weiter bis Christiansund und wollen dort eigentlich nur durchfahren, bleiben aber hängen und suchen uns einen (zwei!) Parkplätze am Kai. WP_20160819_18_05_08_Pro WP_20160819_18_03_04_Pro WP_20160819_17_56_44_ProWir schlendern ein wenig am Kai entlang, sehen einen norwegischen Junggesellenabschied (auf einem Boot) und kehren auch in einem netten Fischladen ein, in dem der Besitzer zu klassischer Musik den gepökelten Fisch zuschneidet. 1Er erzählt und bestimmt eine viertel Stunde lang alle möglichen Geschichten zu seinem Fisch und wir kaufen schließlich auch ein Paket und wollen dies mal ausprobieren (extrem lange haltbar, vor dem Essen in Wasser einweichen, 3x am Tag das Wasser wechseln, pro cm Dicke 24 Stunden einweichen und dann am besten frittieren).
WP_20160819_18_21_57_Pro WP_20160819_18_32_56_Pro WP_20160819_18_29_07_ProZurück an der Maggi finden wir einen Strafzettel (an der Windschutzscheibe – der Parkwächter war wohl recht sportlich, hat aber den Parkzettel an der Seitenscheibe übersehen). Nun gut, das nächste Mal packen wir ihn an die Windschutzscheibe, damit die Parkwächter auch ihren Spaß haben.WP_20160819_18_41_22_Pro
Wir fahren noch 50km und übernachten an einem Parkplatz am Fjord.
In der Uno-Runde verleirt Jule alle 4 Spiele und sieht nun aus wie ein Streifenhörnchen (ein Kuli-Strich auf der Hand pro verlorenem Spiel). Ich beschließe zudem den Heckträger zu räumen. Die Hilfskonstruktion wird nicht mehr lange halten.

Fliegenfelsen, Jugendstil und keine Fische

Wir haben sehr gut geschlafen mit dem sanften Rauschen der Wellen und der Ruhe ringsum. Am Morgen sind jedoch das Meer vor uns und die Berge hinter uns mit dichten Nebelschwaden verhangen. Wäre wohl am Abend im Sonnenuntergang besser gewesen, noch auf den Vogelfelsen zu wandern. Naja – nun wo wir einmal da sind wollen wir auch hoch. Wir packen unsere Wanderschuhe aus und marschieren los. Es geht etwa 200 Meter steil bergan und wir treffen einige Schafe. Bereits nach einigen Höhenmetern bemerken wir viele kleine Fliegen. Könnte an dem moorastigen Untergrund liegen und wird hoffentlich die nächsten Meter im Nebel besser. Leider nein.

WP_20160818_10_50_02_Pro WP_20160818_10_54_00_Pro WP_20160818_10_45_47_Pro WP_20160818_10_39_30_Pro

Nach etwa 35 Minuten Aufstieg mit gefühlt 500.000 kleinen biestigen Mückenviechern und keiner Chance auf einen Blick auf einen der Papageienfelsen drehen wir genervt um. Der Abstieg geht flink und im Nachhinein war es eigentlich eine sehr kurzweilige Wanderung auf einem spannenden Pfad durch die Moorfelder wenige Meter von der 200 Meter hohen, steil abfallenden Klippe entfernt. Jule hat den Vogelfelsen übrigens in Fliegenfelsen umbenannt.

Wir packen unsere Sachen zusammen und wollen noch ein paar Kilometer fahren. Die geplante Route geht wieder zurück aufs Festland und mit der Fähre von Hareid nach A(mit Kringel)lesund. Laut Reiseführer soll die Stadt Alesund besonders schön sein, da nach einem Großbrand 1904 die meisten Häuser unter deutsch-kaiserlichem Einfluss im Jugendstil wieder aufgebaut wurden. Die Strecke fährt sich super und wir finden einen Parkplatz direkt in der Innenstadt. Und die ist wirklich wunderschön.

WP_20160818_15_39_06_Pro

Es verschlägt uns nach einem kleinen Bummel in ein zauberhaftes Café, welches früher eine alte Apotheke war und nun zu einem Shop, einem Café und einem Jugendstil-Museum umgebaut wurde.

Das Interieure ist genau nach unserem Geschmack.

WP_20160818_16_18_13_Pro

WP_20160818_15_53_05_Pro WP_20160818_15_53_14_Pro WP_20160818_15_45_02_Pro

Nach heißer Schokolade und süßen Teilchen schlendern wir an der Kirche vorbei zurück zur Maggi.
Es ist später Nachmittag und wir wollen noch weiter über die E136 und die E39 bis nach Molde um dann morgen die hoch angepriesene „Atlantikstraße“ zu fahren und dann langsam den Rückweg anzutreten.

Wir erreichen Molde am Abend mit einer superschnellen Fähre (es stellt sich nach dem Ausfahren heraus, dass wir die letzte Fuhre waren und der Kapitän wohl in den Feierabend wollte…). Von der Fähre aus sehen wir viele Angler auf den Kaimauern im Hafen stehen und ich hoffe, wir finden einen Stellplatz, von dem aus wir schnell noch mal zum Angeln gehen können. Das klappt auch direkt und so gehen Tim und Anja mit den Angeln los während Alec sich um die Jule, die Maggi und das Abendessen kümmert. Auf der Mole in Molde (hach – ein Wortwitz!) treffen wir einige Angler und reihen uns unauffällig ein, immer mit einem Auge auf die Umgebung, denn wir haben keine Angelerlaubnis für den Fjord.

WP_20160819_10_55_29_ProNach kurzer Zeit zieht ein Mann einen schönen Fisch an Land, dabei soll es aber auch an dem Abend bleiben. Der erfolgreiche Angler zeigt Anja zuletzt noch ein paar seiner Tricks und überlässt ihr sogar seinen letzten Garnelenkopf als Köder, aber aus spürbarem Geknabber an der Leine will sich einfach nichts in puncto Fischfang tun.

Die Aussicht vom Stellplatz aber ist erste Klasse, denn am Abend fahren die großen Hurtigruten-Schiffe in 50 Metern Entfernung an unserer Maggi vorbei in den Hafen ein und kurze Zeit danach auch hell beleuchtet wieder aus.

Wir spielen noch eine Runde Phase 10 Junior, die Tim souverän mit einer Hand voll Jokern gewinnt und fallen in unsere Kojen.

Angeln, Baden & Vogelbeobachtung

Da Anja und Tim nun mal einen Angelschein bis heute Abend haben, lass ich sie mal für 2 Stunden am hiesigen Wasserlauf angeln.

WP_20160817_10_12_22_ProZusammen mit Jule mach ich das Auto reisefertig (spülen, packen, Stromleitung kappen, tanken) und will mit ihr noch auf den Spielplatz. Zum Glück ist schönstes Wetter. WP_20160817_11_03_44_ProDanach wollen wir noch zum Minigolf, aber der hat wohl geschlossen (obwohl wir kurz vorher noch einige Kinder mit Schlägern auf den Bahnen gesehen haben). Also entscheiden wir uns, zu Anja und Tim zu gehen. Tim gibt gerade auf und Anja hadert noch mit der Angeltechnik. WP_20160817_12_38_18_ProSie versucht es mit Fliegen, aber auch das klappt nicht wirklich. Nun gut, wird´s wohl diesen Urlaub keinen Fisch geben. Hauptsache sie hatten Spaß.

Wir wollen heute Strecke machen Richtung Alesund (Anbei: wie kriege ich nur die Kringel über das A?).

Die Strecke erweist sich als sehr gut fahrbar und wir machen gut Kilometer. Daher entscheiden wir uns auch, einen Abstecher nach Runde zu machen, einer Vogelinsel mit einer Kolonie Papageientaucher.

In der Warteschlange einer Fähre machen wir noch die Rückreise klar. Wir entscheiden uns, diesmal nicht komplett zurück zu fahren, sondern eine Fähre zwischen Oslo und Kiel zu nehmen. So haben wir mehr Zeit in Norwegen. Kostet allerdings 900€ mit Kabine. Ach, pfeif drauf.

Zudem nachen wir noch eine Einladung 40 km vor Oslo klar. Sonja ist eine alte Freundin von mir, die es nach Norwegen gezogen hat. Mehr als 20 Jahre habe ich sie nicht gesehen und auch erst vor einem halben Jahr den Kontakt erneuert, da ich wissen wollte, was aus ihr geworden ist.

Auf dem Weg nach Runde machen wir noch mal einen Badestopp. Das Wasser ist kalt, aber die Sonne wärmt uns.

WP_20160817_17_29_40_Pro WP_20160817_16_43_06_ProEin paar Norwegerfamilien treffen sich am Strand. Ein Papa zieht noch mal los und Anja meint, der „der holt wohl nun die Würstchen für den Grill?“. Stattdessen kommt er 10 Minuten später mit einem kleinen Sportboot zurück. Gehört wohl dazu in Norwegen.

Kurz vor Runde noch ein Tunnel, der unter dem Fjord durchführt. 4 km steil in die Erde und 4km steil wieder bergauf. Wir krabbeln schließlich mit 30km/h aus dem Tunnel.

Die letzten 15 Kilometer Fahrt sind spektakulär. In der Abendsonne besonders schön. Inseln, Boote, schmale Brücken, breite Fjorde… alles dabei.

Diesmal haben wir die GoPro wieder an die Maggi geschnallt und hoffen das Video diesmal wirklich online stellen zu können.

…. und hier das Video …

In Runde angekommen, suchen wir eigentlich erst mal einen Stellplatz für die Maggi und wollen noch mal auf den Vogelfelsen. Die Sonne sollte noch ein gutes Stündchen zu sehen sein. Die Wege werden immer enger und wohl einen halben Kilometer vor dem Vogelfelsen ist für uns Rückzug angesagt. Da geht´s bestimmt nicht weiter, also wenden wir vor einem kleinen Campingplatz. Die Besucher schauen schon recht grimmig. Haben wir mit unserem Lärm ein paar Vögel verjagt? Nun gut, wir beschließen 500m zurück zu fahren und auf dem Parkplatz zu campen. Leider steht dort „camping forbidden“, so dass wir schließlich doch auf dem Campingplatz landen. Der Betreiber schüttelt erst mal den Kopf als er hört „9m lang… haben Sie noch einen Platz für uns“. Nach Besichtigung des Platzes weist er uns aber eine tolle Stelle zu. Direkt parallel zum Kai etwas abseits. Er selber spricht perfekt deutsch und meint später ganz bescheiden, dass es wohl 10 Sprachen sind, die er versteht und auch spricht.

WP_20160817_19_02_15_Pro

Eigentlich haben wir noch Grill-Hunger und können zumindest ein paar Würstchen und Bacon am Shop des Campingplatzes ergattern. Wir kommen zurück zur Maggi, öffnen die Tür und da kommt uns schon ein freundliches aber fremdes Gesicht entgegen. Ahhh, Tim macht gerade eine Hausführung. Ein interessierter Selbstausbauer mit einem MB 209D.

Wir schlendern noch ein wenig rum und sehen auch eins, zwei Papageientaucher an der Steinküste, können uns aber nicht mehr aufraffen, noch mal zu einem Spaziergang los zu ziehen. Das wollen wir morgen in aller Frühe (nach ausschlafen und Frühstück und….).

WP_20160817_21_45_43_Pro WP_20160817_19_03_23_Pro WP_20160817_19_02_21_Pro

Während wir unsere Würstchen verspeisen, beobachten wir noch ein paar Möwen, die anscheinend von einem anderen „Griller“ ein Steak vom Grill geklaut haben. Richtig hämisch klingen die Möwenschreie und ein mords Gezetere ist im Gange.

Ups- & Downs

der Tag ist geprägt von Berg- und Talfahrten. Daher heute eher ein Zusammenfassungbericht, ohne Anspruch auf Chronologie.

Es dauert recht lange, bis wir loskommen und als wir unterwegs sind, kommen wir an einem See vorbei, an dem die Fische nur so zu hüpfen scheinen. Zumindest sieht man etliche Wasserkreise und Anja & Tim überreden mich anzuhalten. Also stoppen wir direkt am Straßenrand und hängen eine Stunde die Angel raus. Leider vergebens. Außer ein schönes Stück Treibholz wird nichts geangelt.

WP_20160816_11_59_38_Pro WP_20160816_12_00_01_Pro

Wir nehmen eine kleine Straße und wollen eigentlich ca. 150 km machen. Das diese Strecke mit etlichen Höhenmetern verbunden ist, hatten wir wohl übersehen. Atemberaubende Schluchten und Serpentinen, aber die Maggi hat schon ganz schön zu schnaufen.

WP_20160816_13_27_50_Pro
Anja hat Superkräfte

WP_20160816_13_27_36_Pro WP_20160816_17_16_15_Pro WP_20160816_17_10_14_Pro WP_20160816_17_09_22_Pro WP_20160816_17_27_37_Pro

WP_20160816_17_07_19_ProWP_20160816_17_05_30_ProWP_20160816_17_08_10_Pro

Irgendwie muss ich meinen Fahrstil ändern. Normal wird im 2. Gang angefahren, und den ersten nutzt man eigentlich so gut wie nie. Hier aber sollte man es. Am Berg mit 8% Steigung mehrfach anfahren im 2. Gang ist nicht sonderlich gut für die Kupplung. Auch wenn der erste Gang da nur ca. 3 Sekunden genutzt wird, ist dies hilfreich, wenn es steil bergauf geht.

WP_20160816_14_49_17_Pro
Zwischenstopp in einem Café mit Aussicht (und Apfelkuchen mit Eis,…)
WP_20160816_15_54_01_Pro
Knuddeln auf dem Sonnendeck einer Fähre
WP_20160816_15_54_34_Pro
Selfie mit Maggi 😉

WP_20160816_15_57_33_Pro

Auf einem der Pässe kommen wir an Gletschereis vorbei und wir machen einen Schneestopp.

WP_20160816_13_47_06_Pro WP_20160816_13_48_41_Pro WP_20160816_13_49_40_Pro WP_20160816_13_51_10_Pro WP_20160816_13_51_31_Pro WP_20160816_14_06_08_Pro

3

Abends wollen wir eigentlich frei stehen, aber haben irgendwie vergessen uns zeitig um die Entsorgung der Chemie-Toilette zu kümmern. Daher fahren wir eine ziemlich weite Strecke (zeitlich gesehen, nicht räumlich!) auf der Suche nach einer Entsorgungsstation.

Zuvor aber wieder ein Angelstopp. Diesmal an einem reißenden Bach mit Brücke.

WP_20160816_18_07_37_Pro
Hier in der Innenkurve erwischt es Jule….

WP_20160816_18_15_34_Smart WP_20160816_18_07_24_Pro

Jule und ich sitzen derweil in der Sonne. Jule will ihre Füße in das kalte Waser stecken und zieht ihre Schuhe aus. Ich denk noch „na stehst du mal lieber auf, vielleicht braucht Jule eine helfende Hand, wenn sie über die Steine läuft“. Anstatt dass Jule aber den seichten Weg einschlägt geht sie schnurstracks auf den glitschigsten und abschüssigsten Stein zu und rutscht auch sofort ins kalte Wasser. In ihren großen Augen sieht man den Schock vom kalten Wasser und ich versuch sie sofort aus dem Wasser zu ziehen. Ich bekomme sie mit den Fingerspitzen zu fassen und komme selber ins Rutschen. Tim, der die Situation immer noch nicht umrissen hat, sitzt immer noch ohne Regung. Ich rufe ihn herbei, dass er mich halten soll. Eine Sekunde später und ich wäre auch im Wasser gelandet (mit Handy, Geldbeutel und allem drum und dran!). Jule schluchtzt wie ein begossener Pudel und wir ziehen ihr gleich die nassen Klamotten aus. Notdürftig trockne ich sie mit meinem Pullover und schleppe sie zur Maggi. Nach anschließender Trocknungsaktion und einer Trost-Fleischwurst, ist der erste Schreck wieder verdaut und es geht weiter.

Da dies aber nicht so das Camper-Gebiet ist – obwohl landschaftlich extrem schön – müssen wir schließlich einen Camping-Platz anlaufen. Ich besorge an der Rezeption, die gleichzeitig Shop und Tankstelle ist, noch eine 2. Angelrute, einen Angelpass für Anja und Tim für 24 Stunden und etliche kleine Angel-Utensilien. Die Verkäuferin erklärt mir noch, wo man gut angeln kann – nun ist der Abend (und der Folgetag) gerettet.

Wir schieben die Maggi in einen Stellplatz, der sehr nahe an dem reißenden Bach liegt. So werden wir bestimmt auch gut schlafen. Gegenüber noch ein Pärchen mit Opa und Sohnemann, die alle mit Bikes unterwegs sind. Sie gieren regelrecht danach, sich die Maggi mal an zu schauen, also winke ich sie herbei und mache wieder eine kurze Führung. Anja und Tim drängt es zum Angeln und sie vergessen jeglichen Hunger. Ich schicke sie zusammen mit Jule los und kümmere mich derweil um die Grundversorgung (Chemie-Toilette, Waser-, Abwasser).

Als eigene Pause gönne ich mir einen Stratiatella-Joghurt auf einem Klappstuhl direkt vor dem reißenden Bach. Cool.

Als ich dann doch nach den anderen schauen will, kommen mir Tim und Jule entgegen mit mächtig Hunger (und ohne Fisch). Also gibt’s heute wieder Nudeln – diesmal mit Fleischwurst und einem Ei drüber. Anja kommt auch eine viertel Stunde später zum Abendessen.

Abends versuchen Tim und ich die Videos von der GoPro runter zu laden. Leider lösche ich dabei alle bisherigen Videos! Ärgerlich. Irgendwie hat der USB-Modus von Anja’s Handy alle Videos angezeigt, beim Verschieben aber nur die Fotos verschoben und die Verzeichnisse (samt Videos gelöscht). Klasse. Nun gut, dann müssen wir noch ein paar schöne Fahrten extra machen.